SeaHelp-Einsatz vor Losinj: Schwerverletzte gerettet

Für einen kroatischen Skipper und zwei Familien an Bord eines 11 Meter langen Motorseglers sollte es ein gemütlicher Bootsausflug von Mali Losinj nach Rijeka werden. Doch der Skipper überschätze die Seetüchtigkeit seines Schiffes wie auch seine eigenen, seemännischen Fähigkeiten und unterschätzte gleichzeitig die tückische Bora, die mit 30 bis 40 Knoten blies. In Folge strandete das Schiff auf den Klippen vor Losinj und sank. Eine schwerverletzte Mitfahrerin musste von SeaHelp, dem Pannendienst der Adria, geborgen werden.

Arzt und SeaHelp-Mitarbeiter können die Schwerverletzte sicher an Land bringen.

Arzt und SeaHelp-Mitarbeiter können die Schwerverletzte sicher an Land bringen.

Eine Verkettung unglücklicher Zufälle, aber vor allem leichtsinniges Verhalten führten zur Havarie: Die starke Bora erwischte den in die Jahre gekommenen Motorsegler, als er um die Nordspitze von Losinj fuhr und sich nicht mehr im Schutz des Gebirges befand. Dazu versagte der Schiffsdiesel aus bisher ungeklärten Gründen seinen Dienst. Unbeeindruckt montierte der Skipper einen 6 bis 8 PS starken Außenborder am Heck und setzte seine Fahrt fort. Eine Welle zerstörte auch den zweiten, unterdimensionierten Außenborder. Der führerlose Motorsegler traf mit so heftiger Wucht auf die Steine, dass der Mast brach und die Passagierin dabei schwer an Kopf, Rippen und Beinen verletzte. Dem Rest der Crew gelang es  gerade noch, sich verletzt an die Felsküste zu retten.

SAR Rijeka entsandte umgehend das in Mali Losinj stationierte SeaHelp-Einsatzboot zum Havarieort. Die Bergung der Schwerverletzten gestaltete sich in der niedrigen, durch die Bora aufgepeitschten See so schwierig, dass SeaHelp-Stützpunktleiter und Notarzt zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen mussten: Mit einer Trage schwammen sie kurzerhand zu der Verletzten, stabilisierten Sie und brachten sie an Bord des SeaHelp-Bootes, das sie dann nach Osor transportierte. Trotz der zum Teil lebensgefährlichen Verletzungen hat sich der Zustand des Opfers mittlerweile verebessert. Gegen den Skipper ermittelt die kroatische Polizei.

Im Zusammenhand mit dem Einsatz vor Losinj weist SeaHelp darauf hin, die Windverhältnisse in der Adriaregion nicht zu unterschätzen. Registrierte Mitglieder erhalten von SeaHelp Wetterwarnungen per SMS, damit derartige Unfälle künftig der Vergangenheit angehören. Mehr zum Thema Wetterwarnung erfährt man auf der SeaHelp-Homepage.