SeaHelp stellt zwei neue Einsatzboote in Dienst

Schiffstaufe in Punat, die SeaHelp-Flotte hat Verstärkung bekommen! Kürzlich wurden im Stadthafen von Punat zwei neue Einsatzboote getauft und in Dienst gestellt. SeaHelp-Chef Wolfgang Dauser: „Mit den stetig steigenden Mitgliederzahlen steigen natürlich auch die Anforderungen an unsere Flotte, deshalb haben wir schon vor Jahren die Entscheidung getroffen, unsere Einsatzboote sukzessive zu erneuern. Diese Maßgabe setzen wir nun planmäßig weiter um, damit SeaHelp künftig noch schneller und noch effizienter Hilfe leisten kann.“

Die neuen SeaHelp-Einsatzboote konnten schon mal vor Punat ihre Performance unter Beweis stellen.

Die neuen SeaHelp-Einsatzboote konnten schon mal vor Punat ihre außerordentliche Performance unter Beweis stellen.

Nach der Taufe, zu der sich neben den lokalen Polit-Größen viele weitere bekannte Gesichter der Wassersportszene und ein Heer an Pressevertretern versammelt hatten, ging es nahtlos zum zweitwichtigsten Event des Tages über: Die Taufparty. Bei ausreichend Bier, Wein und Sekt und Spezialitäten vom Grill nutzten mehr als 400 SeaHelp-Mitglieder und Freunde die Gelegenheit, sich über die Leistungen des nautischen Pannendienstes weitergehend zu informieren. Einige von ihnen konnten auch einen Platz an Bord der neuen Einsatzboote ergattern und sich direkt von der Leistungsfähigkeit überzeugen. Trotz der beeindruckenden Performance, von der sich die Mitglieder einmal „live“ überzeugen konnten, war es ihnen dennoch verständlicherweise lieber, auf eigenem Schiffsrumpf wieder in die Marina einzufahren. Ein Mitglied brachte es dabei auf den Punkt: „SeaHelp ist wie ein Regenschirm. Man ist froh, eine Mitgliedschaft zu besitzen aber noch mehr freut man sich, wenn man sie nicht braucht.“ Dann hoffen wir mal, dass das seine einzige Fahrt auf einem Einsatzboot bleiben wird.

Das neue SeaHelp-Arbeitsgerät hat es dennoch im wahrsten Sinne des Wortes in sich: Die überaus soliden Ribs wurden in den polnischen Werft Technomarine nach SeaHelp-Vorgaben gefertigt. Mit einer Länge von 10,25 Metern und einer Breite von 3,08 Metern bieten sie ausreichend Staumöglichkeiten für die umfangreiche Ausstattung an Bord, die über diverse Werkzeuge, Pumpen, gängige Ersatzteile für die schnelle Hilfe vor Ort sowie in Einzelfällen bis hin zu Bergeballons reicht. Angetrieben werden die beiden Boote von je zwei 300-PS-Außenbordern im Heck, mit denen jedes Schiff im Notfall eine Höchstgeschwindigkeit von 48 Knoten erreicht, die Arbeitsgeschwindigkeit liegt im Normalfall bei 30 Knoten. Die Wahl fiel nach SeaHelp-Angaben auf die Yamaha-Motorisierung (F300), weil sich die V6-Aggregate als äußerst robust erwiesen und im harten Arbeitsalltag unter den besonderen „SeaHelp Einsatzbedingungen“ keinerlei Elektronik- bzw. Sensorikschwächen zeigen. Die zusammen 600 PS reichen aus, um Schiffe mit einem Gesamtgewicht von bis zu 150 Tonnen sicher zu ziehen. An Bord dürfen darüber hinaus bis zu 24 Personen oder 1950 Kilogramm Last befördert werden.

Damit die Einsatzboote ihr Ziel schnell und sicher erreichen, sorgen elektronische Hilfsmittel wie Multifunktionsplotter, Radar, Autopilot und Nachtsichtgeräte für den sicheren Kurs beziehungsweise den nötigen Durchblick auch unter widrigen Bedingungen. Mit dem 530 Liter-Tank an Bord können Distanzen von bis zu 350 NM mühelos überbrückt werden, die geräumige Kabine und das bequeme Gestühl trägt selbst bei rauer See Gewähr dafür, dass die Einsatzkräfte ohne nennenswerte Einbußen ihrer Leistungsfähigkeit das Ziel erreichen.

Die Effizienz, mit der SeaHelp seine Einsätze erledigt, blieb natürlich auch dem kroatischen Marineministerium nicht verborgen. Minister Siniša Orlic in seiner Rede anlässlich der Schiffstaufe: „Mit der ständig wachsenden Zahl an Gästen und Nautikern wächst leider auch die Anzahl der Unfälle auf hoher See. Auch wenn wir (das Ministerium, Anm. d. Red.) uns ständig bemühen, allen Verkehrsbeteiligten ein sicheres Umfeld anzubieten, sind wir auf die Unterstützung von Privatunternehmen wie SeaHelp angewiesen. Der Rettung auf See (195) steht eine begrenzte Anzahl an Booten zur Verfügung, und auch wenn wir demnächst unsere Flotte erweitern werden, ist die enge Zusammenarbeit mit SeaHelp ein guter Schritt in eine sichere Zukunft. Im Namen des Ministeriums möchte ich mich für die jahrelange gute Zusammenarbeit bedanken und ich hoffe, dass es auch in Zukunft so weitergehen wird!“

In  das gleiche Horn stieß auch Punats Bürgermeister, Marinko Žic: „Die Gemeinde Punat bemüht sich immer, bürgernah zu handeln und Firmen, die in Punat ihre Niederlassung haben, tatkräftig zu unterstützen. Auch mit SeaHelp ist diese Zusammenarbeit in den vielen Jahren immer sehr erfolgreich gewesen. Es ist mir eine Freude, dass die Firma SeaHelp schon so viele Jahre in Punat ihren Stützpunkt hat, denn nicht zuletzt nahm SeaHelp hier auch seinen Anfang. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass Punat zusätzlich zu der großen Marina auch über einen verlässlichen Partner in jeder Notlage verfügt. Ich wünsche SeaHelp auch mit den neuen Einsatzbooten viel Erfolg und mögen sie weiterhin wachsen.“

Diesen Wunsch erfüllt SeaHelp dem Bürgermeister natürlich gern. Mit Stützpunkten in Pula, Mali Losinj, Zadar, Tribunj, Solta, Orebic und natürlich auf Punat/Krk (Hauptsitz) verfügt der nautische Pannendienst mittlerweile über ein Netzwerk, das in dieser Form europaweit einmalig sein dürfte. 80 % der Einsatzboote allein in Kroatien sind nicht älter als drei Jahre, weisen 600 bis 700 PS auf können dementsprechend schnell eingreifen, wenn Not am Mann ist. Weitere Stützpunkte in Portoroz sowie in Lignano und Grado runden die Adria-Präsenz ab. In Deutschland (Ostsee) und auf den mallorquinischen Inseln ist SeaHelp ebenfalls vertreten.

SeaHelp hat sich inzwischen vom reinen nautischen Pannendienst hin zu einer Institution gewandelt, die die Interessen der Wassersportler im Adriaraum vertritt und deren Argumente bis hin in Regierungskreise Gehör finden, wie es sich in den Reden der Offiziellen anlässlich der Taufe widerspiegelte. Die Nähe zu den Wassersportlern in der Region mit all ihren alltäglichen kleinen und großen Problemen und den direkten Draht zu den politischen Institutionen, zu Marinabetreibern sowie Hilfsorganisationen wie beispielsweise SAR haben den einstigen reinen Pannendienst zu einem wichtigen, notwendigen Bindeglied im Wassersport wachsen lassen. Oder, um es kurz zu sagen: Die Gelben Engel des Wassersports, seit Jahren Stützpunkt und Vorteilspartner der ADAC Sportschifffahrt, gehören mittlerweile zur Adria wie Sonne, Strand und Meer.